FACEWASH

The directionless ordering principle in Höller’s dynamics of multitude passes this time over a phenomenon of broadband attention—the magazine. Here, observation is funneled irrevocably into the face-recognition mode. This selection of organized unity–the topographic experience of faciality–supplies Jochen Höller with a new facet for his ordered investigations.

When human beings are loved, faciality represents one of the most gratifying moments in detecting essential links-to-world. Being at the midpoint of multiple attention embodies an instantaneous promise, the promise Höller inverts in its superficiality. He creates an absent stage for the observer. Hyperpolished fragmentation, so meticulously arranged that the self can obtain a portable public—this does us good. Can it be the point?

Many points are involved here–but on a structural level during this artist’s creative process, one associative-constitutional ramification of his method emerges. A universal formula, suited in its basic tendencies to every accretion of image and textuality. Towards resisting such a glut of glances and not expiring in visual surfeit, there is nothing to counter the triviality principle of distraction, the pleasure in the bright, gallant factor of excess embodied in this parade of accomplishment.

Whether facewash or facebook, the fascination of physiognomy is an epistemological principle from early childhood, finding vitality above all in gazettes that purvey the joyful, absurd longing for riches, beauty, polish, glamour. The question of whichvisage is worthy of the quantitative arrangement of such a world-as-stage–without leading to prosopagnosy (i.e., facial blindness)–is, in Höller’s methodology, asked anew of the symbolic order as spectral contextualization.

Text: Georg Russegger

FACEWASH

Der Blick des ungerichteten Ordnungsprinzips höllerscher Mengendynamik schweift diesmal über ein Breitbandaufmerksamkeitsphänomen – das Magazin. Betrachtung wird in diesem Fall unwiderruflich in Gesichtserkennungsmodus geschalten. Diese Auswahl von organisierter Einheitlichkeit, als topographisches Erlebnis von Angesichtlichkeit lässt Jochen Höller eine neue Fassette seiner ordentlichen Untersuchungen versammeln.

Liebt man Menschen, so ist Angesichtlichkeit eines der beglückendsten Momente im Verspüren wesentlicher Verbindungen zur Welt. Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit von vielen zu stehen ist dabei das instantane Versprechen das Höller in seiner Oberflächlichkeit invertiert. Er schafft eine abwesende Bühne für Betrachtende. Hochglanz zerstückelte Kleinteiligkeit, arrangiert in minutiöser Manier, um ein transportables Publikum für das Selbst zu erhalten ist wohltuend. Kann es darum gehen?

Es dreht sich vieles darum. Doch auf einer strukturellen Ebene im Verlauf des Schaffensprozesses des Künstlers zeigt sich nun eine assoziativ-konstitutionelle Bedeutung seiner Methodik. Eine Universalformel die sich in ihrer Veranlagung für jede Mengung an Bildlichkeit und Textlichkeit eignet. Um diesen Blickdichten zu widerstehen und nicht in visueller Übersättigung zu vergehen, kann dem Belanglosigkeitsprinzip der Zerstreuung die Freude am bunt, galanten Überladenheitsfaktor einer Leistungsschau nichts entgegengesetzt werden.

Ob Facewash oder Facebook die Faszination, der Physiognomie ist ein frühkindliches Erkenntnisprinzip, welches sich vor allem in den Gazetten einer freudig-absurden Sehnsucht über Reich und Schön/Glanz und Glamour lebendig hält. Die Frage, welch Antlitz dem quantitativen Arrangement einer solchen Welt als Bühne gerecht wird, ohne zu Prosopagnosie (Gesichtsblindheit) zu führen, wird in höllerscher Methodik , der symbolischen Ordnung als spektrale Kontextualisierung neu gestellt.

Text: Georg Russegger

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