Text zur Ausstellung "unsichtbar - widerständiges im Salzkammergut" Strobl:

Sichtbar/unsichtbar

Die Zeichnungen und akribischen Auflistungen Jochen Höller’s kreisen um die Vielfalt von Einflüssen denen wir bewusst/unbewusst, freiwillig/unfreiwillig beständig ausgesetzt sind oder die wir auch suchen. Menschen mit denen wir zu tun haben, Bücher die man gelesen hat, Medien, Musik, Gespräche und vieles mehr. All dies beeinflusst uns, eine Information führt zum Interesse an einer anderen. Doch die Resultate der Information, in Form von Texten, Bildern, Geräuschen, die wir sammeln oder ansammeln sind letzten Endes nicht sichtbar. Sobald der Text gelesen, die Musik zu Ende gehört, das Bild gesehen oder das Gespräch beendet ist spielt sich ein unsichtbarer Prozess in unseren Köpfen ab. Ob und was dort hängenbleibt, im Bewussten oder Unterbewussten ist fraglich. Wo bleibt die Information? Der Prozess der Verarbeitung, emotionale Verwandlungen, Reflektionen sind nicht fassbar. Und obwohl diese Abläufe nicht sichtbar und durch unsere Prägungen die Sichtweisen teilweise vorgegeben sind, kann man mit gezielter Information Menschen manipulieren. Die Fäden, die sich aus dem Gehirn kommend in einem Knoten verdichten bieten ein treffendes Bild für diese Vorgänge.
Die Vernetzung all dieser Information liegt außerhalb unserer Kontrolle, chemische und psychologische Abläufe spielen sich kontinuierlich ab und fraglich ist inwieweit wir behaupten können, überhaupt etwas zu wissen.


Leslie Weißgerber, Studium der Kunstgeschichte; Arbeitet als Kunsthistorikerin;